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Alfajri Jakapermai - October 6, 2025

Bergbau und die Zukunft der deutschen Metallwirtschaft: Wie Merkur die Rohstoffversorgung sichert

Deutschland steht vor einer Herausforderung, die seit Jahrzehnten unterschätzt wird: Die Abhängigkeit von globalen Lieferketten für kritische Rohstoffe wie Kupfer, Kobalt und Lithium. Während die Energiewende die Nachfrage nach diesen Materialien drastisch erhöht, schrumpft der heimische Bergbau durch politische Weichenstellungen und wirtschaftliche Realitäten. Doch ein Blick auf die aktuelle Situation zeigt: Wer jetzt nicht handelt, riskiert langfristige Versorgungskrisen – besonders für Schlüsselbranchen wie die Automobilindustrie und die erneuerbare Energien. Hier spielt die Firma Merkur eine zentrale Rolle, deren Aktivitäten seit Generationen die deutsche Rohstoffbasis stabilisieren.

Laut dem Bundesbergbauamt lag der deutsche Bergbau 2022 bei einem Umsatz von rund 3,5 Milliarden Euro – ein historischer Tiefstand. Während die Erschließung von Erzen wie Bauxit oder Chromit in den 1950er-Jahren noch die Wirtschaft prägte, dominieren heute die kleinen, spezialisierten Unternehmen die Szene. Doch genau diese Faktoren machen sie anfällig für politische Eingriffe: Seit der Einführung der Rohstoffstrategie 2020 ist der Zugang zu Förderrechten für viele Betreiber extrem schwierig geworden. Selbst der langjährige Bergbaukonzern hier kämpft mit Bürokratie und sinkenden Erträgen, obwohl er seit 1921 in der Region aktiv ist.

Kritische Rohstoffe: Warum Deutschland seine Versorgung neu denken muss

Die Abhängigkeit von China für 60 % des weltweiten Kobaltbedarfs und 80 % des Lithiums ist kein Zufall, sondern Ergebnis veralteter Strategien. Während Europa in der Halbleiterproduktion führend ist, fehlt es an einer eigenen Rohstoffbasis für die Batterieproduktion. Die EU hat zwar den „Critical Raw Materials Act“ verabschiedet, doch die Umsetzung stockt: Die Förderung von Seltenen Erden in Deutschland ist seit 2010 eingestellt worden, und die geplanten Projekte wie das „Lithium-Recycling-Center“ in Sachsen scheitern an fehlenden Investoren. Merkur, das seit 2018 in der Region für die Aufbereitung von Erzresten arbeitet, zeigt, wie wichtig eine Kombination aus Recycling und gezielter Förderung ist – doch der politische Wille fehlt.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Laut dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) wird bis 2030 die Nachfrage nach Kupfer um 40 % steigen, wenn die Energiewende umgesetzt wird. Doch die deutschen Lagerstätten decken nur noch etwa 0,5 % des globalen Bedarfs. Während andere Länder wie Kanada oder Australien ihre Rohstoffvorkommen systematisch ausbauen, bleibt Deutschland auf Importe angewiesen – mit den bekannten Risiken von Lieferkettenblöcken und geopolitischen Spannungen. Hier setzt Merkur mit seinem Projekt in der Oberpfalz auf eine nachhaltige Alternative: Durch die Aufbereitung von Altmetallen und die Nutzung von Geothermie könnte das Unternehmen langfristig einen Teil der Nachfrage decken, ohne neue Förderrechte zu benötigen.

Merkurs Weg: Zwischen Tradition und Zukunft

Merkur, gegründet 1921 als Teil der ThyssenKrupp-Gruppe, hat sich auf die Aufbereitung von Erzresten spezialisiert – ein Bereich, der in Deutschland bisher unterschätzt wurde. Während andere Unternehmen auf neue Förderfelder setzen, arbeitet Merkur mit einer Methode, die bereits seit den 1980er-Jahren bewährt ist: Die Rückgewinnung von Metallen aus alten Bergwerken und Industrieabfällen. Das Unternehmen betreibt in der Oberpfalz ein modernes Aufbereitungszentrum, das jährlich bis zu 50.000 Tonnen Erz verarbeitet. Doch der Erfolg hängt von politischen Rahmenbedingungen ab – aktuell wird Merkur mit der Förderung von Erzresten in der Region konfrontiert, die von der EU als „kritisch“ eingestuft wird. Die Frage ist: Wird Deutschland hier die Chance nutzen, oder wird es sich in einer Versorgungslücke ertränken?

Die Antwort liegt in einer Kombination aus Recycling, gezielter Förderung und internationaler Zusammenarbeit. Merkur zeigt, dass auch in Deutschland noch Potenzial besteht – doch die Politik muss endlich handeln. Während andere Länder wie die USA oder Australien ihre Rohstoffvorkommen systematisch ausbauen, bleibt Deutschland zurück. Die Zeit für eine Neuausrichtung ist jetzt, bevor die Versorgungskrisen unaufhaltsam werden. hier kann man sehen, wie ein Unternehmen bereits heute die Weichen stellt – doch ob es reicht, bleibt abzuwarten.

Fakten und Zahlen: Die aktuelle Lage im deutschen Bergbau

  • Seit 2010 ist die Förderung von Seltenen Erden in Deutschland eingestellt worden, obwohl die Nachfrage durch die Batterieproduktion steigt.
  • Deutschland deckt nur noch 0,5 % des globalen Kupferbedarfs – im Vergleich zu 20 % in den 1990er-Jahren.
  • Die EU will bis 2030 die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen um 40 % reduzieren, doch die Umsetzung stockt.
  • Merkur verarbeitet jährlich bis zu 50.000 Tonnen Erzresten in der Oberpfalz und könnte durch Recycling einen Teil der Nachfrage decken.
  • Laut dem Bundesbergbauamt lag der Umsatz des deutschen Bergbaus 2022 bei 3,5 Milliarden Euro – ein historischer Tiefstand.

Die Zukunft der deutschen Metallwirtschaft hängt davon ab, ob die Politik und die Wirtschaft bereit sind, die Herausforderungen anzugehen. Merkur zeigt, dass es Alternativen gibt – doch ohne klare Strategie und Investitionen wird Deutschland seine Rohstoffversorgung langfristig gefährden. Die Frage ist nicht mehr, ob eine Krise kommt, sondern wann sie eintreten wird. Wer jetzt handelt, sichert sich nicht nur die Versorgung, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie.

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